15.09.26
EN 50131 Sicherheitsgrade 1–4 einfach erklärt | XORTEC
Sicherheitsgrade nach EN 50131 verständlich erklärt
Grade 1 bis 4, Täterprofile, typische Objekte und wie Sie den passenden Grad bestimmen.
Beratung anfragenWas regelt die EN 50131?
Die EN 50131 ist die europäische Normenreihe für Einbruch- und Überfallmeldeanlagen (in Deutschland als DIN EN 50131). Sie beschreibt Anforderungen an Anlagen und Komponenten und ordnet sie vier Sicherheitsgraden zu. Der Grad beschreibt, gegen welches angenommene Täterprofil eine Anlage widerstandsfähig sein soll: Je höher der Grad, desto höher die Anforderungen an Detektion, Sabotageerkennung, Spannungsversorgung und Alarmübertragung.
Die vier Sicherheitsgrade im Überblick
| Grad | Risiko | Typischer Einsatz |
|---|---|---|
| Grade 1 | niedrig | Wohnobjekte ohne besonderen Tatanreiz |
| Grade 2 | niedrig bis mittel | Wohnungen, Büros, kleinere Praxen und Gewerbe |
| Grade 3 | mittel bis hoch | Gewerbeobjekte mit erhöhtem Schutzbedarf, höhere Sachwerte |
| Grade 4 | hoch bis sehr hoch | Objekte mit sehr hohem Schutzbedarf, z. B. Banken und Juweliere |
Grad für Grad erklärt
Grade 1
Angenommen wird ein Täter mit geringen Kenntnissen, der nur einfache, allgemein verfügbare Werkzeuge einsetzt. Deckt einfache Anwendungen mit geringem Tatanreiz ab.
Grade 2
Der Täter verfügt über begrenzte Kenntnisse von Einbruchmeldeanlagen und nutzt allgemein erhältliche Werkzeuge sowie einfache Messgeräte. Typisch für Wohnungen, Büros und kleineres Gewerbe.
Grade 3
Der Täter kennt Einbruchmeldeanlagen und verfügt über einen umfangreichen Bestand an Werkzeugen und tragbarer Elektronik. Üblich bei Gewerbe mit erhöhtem Schutzbedarf und höheren Sachwerten.
Grade 4
Der Täter verfügt über außergewöhnliche Kenntnisse und Mittel und kann Komponenten gezielt austauschen. Kommt zum Einsatz, wenn Sicherheit Vorrang hat, etwa bei Banken oder Juwelieren.
EN 50131 und VdS – zwei getrennte Systeme
EN 50131 und die deutsche VdS-Klassifizierung werden häufig verwechselt oder gleichgesetzt. Das ist nicht korrekt: Es sind zwei unabhängige Systeme mit unterschiedlicher Stufenzahl und eigener Bewertungsmethodik. Beide beschreiben zwar steigende Schutzniveaus, lassen sich aber nicht 1:1 ineinander umrechnen.
Die EN 50131 ist die europäische Norm mit vier Sicherheitsgraden (Grade 1 bis 4). VdS ist ein Klassifizierungssystem der deutschen Versicherungswirtschaft, auf das sich viele Versicherer beziehen; im gewerblichen Bereich unterscheidet es die Klassen A, B und C:
| VdS-Klasse | Schutzniveau | Typische Objekte |
|---|---|---|
| Klasse A | niedrig | Wohnungen, Büros, kleineres Gewerbe |
| Klasse B | mittel | Gewerbe mit erhöhtem Wertsachanteil |
| Klasse C | hoch | Hochwertobjekte, z. B. Banken und Juweliere |
In der Praxis wird ein Objekt entweder nach EN-50131-Grad oder nach VdS-Klasse spezifiziert – je nachdem, was Versicherer, Ausschreibung oder Betreiber fordern.
VdS-Klasse und EN-50131-Grad dürfen nicht gleichgesetzt werden. Eine offizielle Umrechnung existiert nicht; die Systeme unterscheiden sich in Stufenzahl und Bewertungsmethodik. Maßgeblich ist immer die konkret geforderte Norm bzw. Klasse.
Wie bestimme ich den richtigen Grad?
Der erforderliche Grad lässt sich nicht allein aus der Objektart ableiten. Entscheidend ist eine Abwägung mehrerer Faktoren:
- Gefährdungslage und Tatanreiz des Objekts.
- Höhe und Art der Sachwerte.
- Nutzung und Frequentierung der Bereiche.
- Bauliche Gegebenheiten und vorhandener mechanischer Schutz.
- Vorgaben von Versicherern, Ausschreibungen oder Behörden.
In der Praxis empfiehlt sich eine fachplanerische Risikoanalyse, aus der sich der erforderliche Grad und die passende Anlagenkonfiguration ableiten.
Was der Grad für die Anlage bedeutet
Mit steigendem Grad steigen die Anforderungen an die gesamte Anlage:
- Umfassendere Detektion und Überwachung der Meldebereiche.
- Höhere Anforderungen an Sabotage- und Manipulationserkennung.
- Robustere Spannungsversorgung inklusive Notstromreserve.
- Überwachte und bei höheren Graden redundante Alarmübertragung.
- Strengere Vorgaben an die eingesetzten, zertifizierten Komponenten.
Die konkreten Anforderungen je Grad ergeben sich aus den Teilen der EN 50131 und sind produkt- und projektabhängig umzusetzen.
So unterstützt XORTEC
- Auslegung der Einbruchmeldetechnik nach erforderlichem Sicherheitsgrad.
- Herstellerübergreifende Beratung und passende, zertifizierte Komponenten.
- Integration mit Video und Zutritt sowie Schulungen und Support über fünf Standorte.
Häufige Fragen
Was bedeutet EN 50131 Grad 2, 3 oder 4?
Die Grade beschreiben das angenommene Täterprofil und das abgesicherte Risikoniveau. Grade 2 steht für begrenzte Täterkenntnisse und allgemein erhältliche Werkzeuge (Wohnungen, Büros, kleineres Gewerbe), Grade 3 für Täter, die Einbruchmeldeanlagen kennen und über umfangreiche Werkzeuge verfügen (Gewerbe mit erhöhtem Schutzbedarf), Grade 4 für außergewöhnlich ausgestattete Täter und Objekte mit sehr hohem Schutzbedarf.
Welcher Grad ist für Gewerbeobjekte üblich?
Häufig Grade 2 oder 3, abhängig von Sachwerten, Gefährdung und Versicherervorgaben. Objekte mit sehr hohem Schutzbedarf erfordern Grade 4.
Was ist der Unterschied zwischen EN 50131 und VdS?
Die EN 50131 ist die europäische Norm mit vier Sicherheitsgraden (Grade 1 bis 4), VdS eine deutsche Klassifizierung mit den Klassen A, B und C, auf die sich viele Versicherer beziehen. Beide beschreiben steigende Schutzniveaus, dürfen aber nicht gleichgesetzt werden: Sie haben unterschiedlich viele Stufen und eine eigene Methodik, und eine offizielle Umrechnung gibt es nicht.
Wer legt den erforderlichen Grad fest?
In der Regel ergibt sich der Grad aus einer Risikoanalyse zusammen mit Fachplaner und Errichter sowie den Vorgaben von Versicherer oder Ausschreibung.
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Wir helfen bei der Ermittlung des erforderlichen Sicherheitsgrads und der Auswahl passender, zertifizierter Technik.
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